Steifer Nacken: Ursachen, Symptome und was dagegen hilft

Veröffentlicht am 25. November 2023 von Dipl.-Ing. (FH), MBA Marco Winter

Zuletzt aktualisiert am 25. November 2023, Lesezeit: 14 Min.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Ursachen eines steifen Nackens, den Symptomen, die damit einhergehen und wirksamen Strategien, um die Beschwerden zu lindern und zu verhindern. Gleich, ob du gelegentlich unter Nackenschmerzen leidest oder chronisch betroffen bist - dieser Leitfaden bietet dir wertvolle Einblicke und praktische Lösungen.Ein steifer Nacken macht das Leben beschwerlich.

Gliederung

  1. Einführung

  2. Anatomie des Nackens

  3. Ursachen für einen steifen Nacken

  4. Diagnose eines steifen Nackens

  5. Was tun gegen einen steifen Nacken?

Einführung

Hast du auch schon einmal Schmerzen im Nacken verspürt oder Schwierigkeiten gehabt, deinen Kopf oder Hals zu bewegen? Es fühlt sich oft so an, als ob die Muskeln im Nacken eng, hart oder geschwollen sind und der Bewegungsbereich des Halses eingeschränkt ist. Nackenverspannungen können so leicht sein, dass sie kaum auffallen, oder so schwer, dass sie den normalen Tagesablauf beeinträchtigen.

Nackenverspannung oder Nackenschmerzen sind ein immer häufiger Begleiter in der modernen Gesellschaft.

Die Nackensteifheit kann plötzlich auftreten, wie zum Beispiel nach einer Nacht in einer unbequemen Schlafposition, oder sich im Laufe der Zeit entwickeln, etwa durch chronischen Stress oder eine schlechte Haltung. Häufig entstehen Nackenverspannungen auch durch Zugluft.

Manche Menschen finden Linderung durch einfache Hausmittel, während starke Schmerzen oft mit medizinischer Hilfe behandelt werden müssen. Im Allgemeinen ist ein steifer Nacken ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal erleben.

Anatomie des Nackens

Unser Nacken, medizinisch als Zervikalregion bekannt, ist ein komplexes Netzwerk aus Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen, das unseren Kopf trägt und seine Bewegungen ermöglicht.

Das Grundgerüst des Nackenbereichs ist die Halswirbelsäule, auch Zervikalwirbelsäule genannt, welche aus sieben kleinen Wirbelkörpern (C1 bis C7) besteht. Die zwei obersten Wirbel, C1 (Atlas) und C2 (Axis), sind einzigartig gestaltet und ermöglichen die meisten Dreh- und Kippbewegungen des Kopfes.

Die Halswirbelsäule hält unseren Kopf in seiner Position.

Zwischen jedem Paar von Wirbelkörpern befindet sich eine Bandscheibe - ein faserknorpeliges Polster, das Stoßdämpfung bietet und Bewegungen erleichtert. Darüber hinaus schützen und umgeben die Wirbel das Rückenmark und die Nervenwurzeln, die wichtige Befehle von und zum Gehirn leiten.

Als nächstes haben wir die Muskulatur des Nackens (Nackenmuskeln). Sie umfasst eine Vielzahl von Muskeln, die in verschiedene Gruppen unterteilt sind, darunter die oberflächlichen, mittleren und tiefen Muskeln. Diese Muskeln sind dafür verantwortlich, den Kopf zu halten und Bewegungen wie Drehen, Neigen und Heben möglich zu machen. Der Schulter-Arm-Bereich gehört nicht direkt zur Nackenmuskultur.

Die Sehnen und Bänder des Nackens spielen auch eine wichtige Rolle. Sehnen sind starke, faserige Strukturen, die Muskeln mit Knochen verbinden, während Bänder Knochen mit Knochen verbinden. Sie unterstützen die Halswirbelsäule, begrenzen übermäßige Bewegungen und helfen dabei, Verletzungen zu vermeiden.

Zu guter Letzt gibt es noch Blutgefäße und Nerven. Die Arterien versorgen die Muskeln und Strukturen des Nackens mit sauerstoffreichem Blut, während die Venen das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen transportieren. Nerven leiten Befehle von und zum Gehirn und sind für Empfindungen wie Berührung, Temperatur und Schmerz verantwortlich.

Wie Bewegung funktioniert: Muskeln und Gelenke

Die Bewegung des Nackens ist ein koordinierter Prozess, der die Zusammenarbeit von Muskeln, Sehnen und Gelenken erfordert.

Die Nackenmuskulatur ist in mehrere Gruppen unterteilt, die verschiedene Funktionen haben. Beispielsweise helfen die Sternocleidomastoideus-Muskeln, die von der Brust zum Schädel laufen, den Kopf zu drehen und zu neigen. Die Trapezius-Muskeln, die von der Halswirbelsäule bis zu den Schulterblättern verlaufen, unterstützen den Kopf und ermöglichen das Heben und Drehen der Schultern. Andere Muskeln, wie die sogenannten langen Muskeln der Halswirbelsäule, sind an feineren Bewegungen und der Stabilisierung des Kopfes beteiligt.

Bei jeder Bewegung ziehen sich die Muskeln zusammen und entspannen sich in einer koordinierten Weise. Dieser Prozess wird durch elektrische Signale gesteuert, die von den Nerven, die sich durch den Nacken verzweigen, übertragen werden. Die Nerven erhalten die Befehle vom Gehirn und übermitteln sie an die Muskeln. Gleichzeitig leiten sie auch sensorische Informationen, wie das Gefühl von Schmerz oder Spannung, zurück zum Gehirn.

Auch die Gelenke sind an der Bewegung des Nackens beteiligt. Die Wirbel der Halswirbelsäule sind durch kleine Gelenke, die sogenannten Facettengelenke, miteinander verbunden. Diese ermöglichen den Wirbeln, sich reibungslos gegeneinander zu bewegen. Sie sind von einem speziellen Gewebe, der Synovialmembran, umgeben, die eine Flüssigkeit produziert, die als Schmiermittel dient und die Bewegung erleichtert.

Wenn all diese Komponenten korrekt zusammenarbeiten, können wir unseren Kopf und Nacken frei und ohne Beschwerden bewegen. Störungen in einem Teil dieses Systems - sei es durch Verletzungen, Entzündungen, Stress oder andere Faktoren - können jedoch zu Nackenverspannung und Schmerzen führen.

Ursachen für einen steifen Nacken

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein steifer Nacken oft ein Symptom für eine zugrundeliegende Erkrankung oder einen Zustand ist, und durch zahlreiche Faktoren ausgelöst werden kann. Betrachten wir diese Faktoren einmal genauer.

Muskuläre Verspannungen und Überbelastung

Eine der häufigsten Ursachen für einen steifen Nacken sind muskuläre Verspannungen und Überbelastung.

Körperliche Aktivitäten, insbesondere solche, die ungewohnt sind oder bei denen der Nacken in einer ungewöhnlichen Position gehalten wird, können die Nackenmuskulatur überfordern. Zum Beispiel kann ein neues Training, bei dem der Nacken intensiv beansprucht wird, oder sogar eine plötzliche Bewegung wie das Heben eines schweren Gegenstandes, zu einer Überlastung der Muskulatur im Nackenbereich führen [1].Muskuläre Verspannungen und Fehlhaltung führen häufig zu einem steifem Nacken.

Falsche Körperhaltung ist ein weiterer wichtiger Faktor, insbesondere in unserer modernen, technologieorientierten Gesellschaft. Viele von uns verbringen Stunden am Tag vor Computern oder mit dem Blick aufs Handy, oft in Positionen, die den Nacken belasten. Wenn du deinen Kopf nach vorne neigst, um auf einen Bildschirm zu schauen, wird die Belastung für die Nackenmuskulatur erhöht. Mit der Zeit kann dies zu Verspannungen und Schmerzen führen [2].

Auch Stress kann eine Rolle spielen. Wenn wir gestresst sind, neigen wir dazu, unsere Muskeln, einschließlich derer im Nacken, anzuspannen. Chronischer Stress kann dann dazu führen, dass diese Muskeln dauerhaft angespannt sind, was Nackensteifheit und Schmerzen verursacht [3].

Die gute Nachricht ist, dass viele Fälle von Nackensteifheit, die auf muskuläre Verspannungen und Überlastung zurückzuführen sind, mit Selbstpflege und Veränderungen des Lebensstils erfolgreich behandelt werden können.

Schlafposition und -umgebung

Hast du dich schon einmal gefragt, wie und wo du schläfst? Eine ungünstige Schlafposition, ein ungeeignetes Kissen oder eine alte Matratze können Nackenschmerzen verursachen.

Einige Schlafpositionen halten den Nacken in einer unnatürlichen oder belastenden Position. Beim Schlafen auf dem Bauch beispielsweise, muss der Kopf zur Seite gedreht werden, um zu atmen. Diese Position kann die Nackenmuskeln überstrecken oder bei längerem Verweilen in dieser Pose zu Verspannungen, Schmerzen und Steifheit führen [4].

Auch das Kissen und die Matratze sind wichtig für einen gesunden Nacken. Ein Kopfkissen sollte nicht zu hoch oder zu niedrig sein und gemeinsam mit einer geeigneten Matratze Kopf und Wirbelsäule in ihrer neutralen Position halten. Optimalerweise sollten diese die natürliche Kurve der Halswirbelsäule unterstützen, um die Belastung für die Halsmuskulatur zu minimieren. Schlaf dient dem Körper, einschließlich seiner Muskeln, zur Entspannung und Regeneration. Daher sollte besonders die Nachtruhe nicht zu Verspannungen und Beschwerden führen [5][6].

Stress und emotionale Faktoren

In unserer heutigen, schnelllebigen Welt ist Stress ein allgegenwärtiges Phänomen, und es ist wichtig zu verstehen, dass er auch körperliche Symptome verursachen kann.

Stress wirkt sich auf unseren Körper in vielerlei Hinsicht aus. Eine der direkten Reaktionen ist die Anspannung unserer Muskulatur. Unter Stress wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet, das den Körper in einen "Kampf- oder Flucht"-Modus versetzt. Eine der Reaktionen dadurch ist die Anspannung der Muskulatur, um den Körper auf eine mögliche "Bedrohung" vorzubereiten. Wenn dieser Zustand über längere Zeit anhält - wie es bei chronischem Stress der Fall ist - kann es zu dauerhaften Muskelverspannungen und schließlich zu Nackenschmerzen und -steifheit kommen [7].Stress erhöht die Anspannung der Muskulatur und kann Nackenschmerzen verursachen.

Auch emotionale Faktoren wie Angst und Depression können sich auf den Nacken auswirken. Es wurde festgestellt, dass Menschen mit Angst- und Depressionsstörungen häufiger über Nackenschmerzen berichten [8]. Dies könnte auf eine erhöhte Muskelspannung im Nackenbereich zurückzuführen sein, die durch emotionale Belastungen ausgelöst wird.

Es ist wichtig, zu betonen, dass Stress und emotionale Belastungen ernsthafte Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit haben können und dass die Betreuung unserer geistigen Gesundheit ein wesentlicher Aspekt der Vorbeugung und Behandlung von allerlei Schmerzen ist.

Trauma und Verletzungen

Ein plötzlicher Aufprall oder Sturz, beispielsweise durch einen Verkehrsunfall, Sportunfall oder Sturz, kann eine schwere Belastung für den Nacken darstellen und Schmerzen sowie Steifheit verursachen.

Insbesondere das sogenannte Schleudertrauma ist eine häufige Verletzung bei Autounfällen, bei der der Kopf plötzlich nach vorne und dann schnell wieder nach hinten geschleudert wird. Diese schnelle Bewegung kann zu einer Überdehnung und möglichen Verletzung der Muskeln und Bänder im Nacken führen [9].

Aber nicht nur schwere Traumata sind Verursacher von Nackenschmerzen, auch kleinere Verletzungen, die durch alltägliche Aktivitäten wie Heben oder Stürze verursacht werden, können zu Beschwerden führen, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten und den Nacken permanent belasten [10].

Es ist daher von entscheidender Bedeutung, Verletzungen und Traumata ernst zu nehmen und sie angemessen zu behandeln. Ein frühzeitiges Management kann langfristige Probleme wie chronische Nackenschmerzen und -steifheit vermeiden.

Erkrankungen und Verursacher von  Nackenverspannungen

Es gibt auch eine Reihe von gesundheitlichen Zuständen und Erkrankungen, die zu einem steifen Nacken führen können.

Eine spezifische Nackenerkrankung ist die zervikale Spondylose, auch bekannt als Halswirbelsäulen-Arthrose. Dies ist ein altersbedingtes Leiden, das durch den Verschleiß der Bandscheiben und Gelenke im Hals gekennzeichnet ist. Die Verschlechterung dieser Strukturen kann zu einer Verengung des Raums für die Nerven führen und dadurch Beschwerden verursachen [11].

Auch rheumatische Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis und Ankylosierende Spondylitis können einen steifen Hals hervorbringen, da sie Entzündungen in den Gelenken verursachen und dadurch die Beweglichkeit eingeschränkt wird [12].

Schließlich können auch allgemeinere Gesundheitsprobleme wie Infektionen, Tumore und bestimmte neurologische Erkrankungen zu Nackensteifheit führen. Zum Beispiel kann eine Meningitis - eine Entzündung der Hirnhäute - einen steifen Hals verursachen. Dies ist jedoch ein sehr ernstes Symptom und erfordert eine sofortige medizinische Behandlung [13].

Wann man einen Arzt aufsuchen sollte

Obwohl ein steifer Nacken in der Regel kein medizinischer Notfall ist, gibt es Situationen, in denen du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest. Wenn du bestimmte Symptome aufweist oder länger als eine Woche an den Beschwerden leidest, solltest du medizinischen Rat einholen.

Symptome wie schwere Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schwindel, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit können Anzeichen für eine Meningitis oder andere schwere Erkrankungen sein, die sofortige medizinische Behandlung erfordern [17].

Bei bestimmten Symptomen macht es Sinn einen Arzt aufzusuchen.

Auch wenn dein steifer Nacken nach einem Unfall oder einer Verletzung auftritt, solltest du einen Fachmann aufsuchen. In diesen Fällen kann die Nackensteifigkeit auf eine ernsthafte Verletzung wie zum Beispiel eine Halswirbelverletzung hinweisen [18].

Diagnose eines steifen Nackens

Ein steifer Nacken kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, und die genaue Diagnose kann daher manchmal eine Herausforderung sein. Hier erfährst du, wie Ärzte herausfinden, was deinen Nackenschmerzen zugrunde liegt.

Ärztliche Untersuchung

Die Diagnose eines steifen Nackens beginnt in der Regel mit einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung, bei der ein Mediziner Fragen zum Krankheitsbild stellt. Er erkundigt sich über den genauen Ort, Art und Intensität der Schmerzen, erfragt eventuelle auslösende oder verschlimmernde Faktoren sowie Dauer und Verlauf der Symptome.

Bei einer körperlichen Untersuchung erforscht er die betroffene Stelle auf Schwellungen, Rötungen und andere sichtbare Anzeichen von Verletzungen oder Erkrankungen. Er prüft auch den Bewegungsumfang des Nackens und übt möglicherweise Druck auf verschiedene Bereiche aus, um den genauen Ort des Schmerzes zu ermitteln.

Üblicherweise untersucht der Arzt auch andere Teile des Körpers auf Zeichen von Nervenschäden oder Muskelschwäche, da die Schultern, Arme und Hände in Zusammenhang mit Nackenbeschwerden stehen können [19].Die Untersuchung kann auch in anderen Körperregionen erfolgen.

Es ist wichtig, dass du während dieser Untersuchung offen und ehrlich zu deinem Arzt bist. Eine genaue Beschreibung deiner Symptome kann dabei helfen, die richtige Diagnose zu stellen und den besten Behandlungsplan für dich zu entwickeln.

Bildgebende Verfahren

Wenn die körperliche Untersuchung und Anamnese keine klare Diagnose ergeben haben oder wenn der Arzt eine spezifische Ursache für den steifen Nacken vermutet, können bildgebende Verfahren zur weiteren Untersuchung eingesetzt werden.

Eines der häufigsten Verfahren ist die Röntgenuntersuchung. Mit dieser Methode kann der Arzt die Knochenstruktur des Nackens beurteilen und mögliche Ursachen wie Arthrose, Knochenbrüche oder Anomalien der Halswirbelsäule erkennen [20].

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine weitere Methode, die detailliertere Bilder von den Weichteilen, einschließlich der Muskeln, Sehnen und Bandscheiben, liefert. Sie kann besonders hilfreich sein, um Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen zu identifizieren, die zu Nackenschmerzen führen können [21].

Bildgebende Verfahren liefern weitere Erkenntnisse im Zusammenhang mit Nackenschmerzen.

In einigen Fällen wird auch eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Diese kombiniert mehrere Röntgenbilder zu einer detaillierten, dreidimensionalen Darstellung des betroffenen Bereichs und kann zur Beurteilung komplexer Knochenbrüche oder zur Planung operativer Eingriffe hilfreich sein [22].

Weitere diagnostische Tests

Wenn der Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung besteht oder wenn die Symptome trotz Behandlung anhalten, werden weitere diagnostische Tests durchgeführt, um die genauen Ursachen zu ermitteln.

Eine Methode ist die Elektromyographie (EMG), bei der die elektrische Aktivität der Muskeln gemessen wird. Dieser Test kann hilfreich sein, um Nerven- oder Muskelerkrankungen zu identifizieren, die Nackenschmerzen verursachen könnten [23].

Seltener werden auch Blutuntersuchungen durchgeführt. Dabei wird nach Anzeichen von Infektionen oder Entzündungen gesucht. Darüber hinaus können Bluttests auch Anzeichen für bestimmte Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Polymyalgia rheumatica zeigen, die beide zu Nackenschmerzen führen können [24].

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Tests nicht immer notwendig sind und in der Regel nur dann durchgeführt werden, wenn spezifische Symptome oder Befunde darauf hindeuten, dass eine bestimmte Erkrankung die Ursache für den steifen Nacken sein könnte. Wie bei den bildgebenden Verfahren sollten sie mit Bedacht eingesetzt werden, um unnötige Kosten und Belastungen für den Patienten zu vermeiden.

Was tun gegen einen steifen Nacken?

Ein steifer Nacken kann eine bedeutende Beeinträchtigung im Alltag darstellen, von der Arbeit über das Training bis hin zu alltäglichen Aufgaben. Von Selbstpflege-Tipps über Physiotherapie bis hin zu medizinischen Behandlungen - hier erfährst du, was du gegen einen steifen Nacken tun kannst.

Hausmittel helfen gegen bei Nackenschmerzen.

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Bewegung, Übungen und Physiotherapie

Regelmäßige körperliche Aktivität ist nicht nur für die allgemeine Gesundheit wichtig, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Behandlung und Prävention von Nackensteifheit. Bewegung hält die Muskeln in deinem Nacken stark und flexibel und fördert die Durchblutung [45].

Übungen und Dehnungen: Regelmäßig durchgeführte sanfte Nacken- und Schulterübungen stärken die Muskulatur und fördern die Beweglichkeit des Halses. Eine Studie hat ergeben, dass spezifische Übungen bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen zu einer signifikanten Verbesserung geführt haben [31]. Suche doch einfach mal auf Youtube nach entsprechenden Videos.

Sanfte Dehn-Übungen zur Linderung von Nackenschmerzen.

Yoga und Pilates: Sowohl Yoga als auch Pilates können hervorragend dazu beitragen, die Flexibilität und Stärke des Nackens zu verbessern. Diese Aktivitäten beinhalten oft spezifische Haltungen und Bewegungen, die darauf abzielen, den Nacken zu dehnen und zu stärken [47].

Physiotherapie: Physiotherapie ist eine häufig empfohlene Behandlung bei Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit. Ein Physiotherapeut kann ein individuelles Programm zur Verbesserung der Haltung, zur Stärkung der Nacken- und Schultermuskulatur und zur Verbesserung der Flexibilität und Beweglichkeit erstellen [30].

Wichtig: Achte darauf, alle Übungen korrekt durchzuführen. Falsche Bewegungen können den Nacken zusätzlich belasten und zu weiteren Problemen führen. Wenn du dir unsicher bist, kann es hilfreich sein, einen Physiotherapeuten, Trainer oder einen anderen qualifizierten Fachmann zu konsultieren [48].

2

Ergonomie und Körperhaltung

Eine der häufigsten Ursachen für einen steifen Nacken ist eine schlechte Körperhaltung, insbesondere wenn man für längere Zeit in einer Position verharrt, die den Nacken belastet. Dies kann beispielsweise beim Sitzen am Schreibtisch, beim Autofahren oder beim Benutzen eines Smartphones der Fall sein. Durch die Verbesserung der Ergonomie und Aufmerksamkeit auf die Körperhaltung kannst du diese Risiken minimieren.

Arbeitsplatzergonomie: Stelle sicher, dass dein Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist. Dein Monitor sollte auf Augenhöhe sein und direkt vor dir positioniert sein, um ein Abknicken des Nackens zu vermeiden. Die Tastatur sollte so positioniert sein, dass deine Arme etwa in einem 90-Grad-Winkel zum Körper positioniert sind. Ein ergonomischer Stuhl, der eine gute Rückenlehne und eine angemessene Lendenwirbelstütze bietet, kann dabei helfen, eine gute Haltung einzuhalten [41]. Schaue dir doch einmal die Produkte von feela an. Sie sind ergonomisch konzipiert und medizinisch getestet, damit sie dich optimal bei einer gesunden Haltung unterstützen.  

Steifer Hals? Eine ergonomische Sitzhaltung kann das Risiko minimieren.

Smartphone-Nutzung: Häufig wird bei der Nutzung von Smartphones der Kopf nach unten geneigt, was den Nacken belastet. Versuche, dein Smartphone auf Augenhöhe zu halten, wenn du es benutzt, um diese Art von Belastung zu minimieren [42].

Körperhaltung: Achte auf deine Körperhaltung im Alltag. Versuche, deinen Rücken gerade zu halten und deinen Kopf in einer neutralen Position, mit den Ohren direkt über den Schultern. Es ist hilfreich, regelmäßige Pausen einzulegen, um dich zu strecken und zu bewegen, besonders wenn du für längere Zeit in einer Position verharren musst [43].

3

Stressabbau und gesunder Lebensstil

Stress und eine ungesunde Lebensweise können zu muskulärer Verspannung und somit zu Nackensteifheit beitragen. Daher ist es wichtig, auf einen gesunden Lebensstil zu achten und bewusst Strategien zur Stressbewältigung in den Alltag zu integrieren.

Anpassung der Schlafgewohnheiten:
Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers. Ein Mangel an Schlaf kann dazu führen, dass die Muskulatur schneller ermüdet und sich verspannt. Außerdem kann Schlafmangel dazu führen, dass der Körper empfindlicher auf Schmerzen reagiert. Daher ist es wichtig, auf ausreichend Schlaf zu achten [51].

Eine gute Schlafposition und eine geeignete Matratze und Kissen können einen steifen Nacken verhindern. Es ist am besten, auf dem Rücken oder der Seite zu schlafen und ein Kissen zu verwenden, das den Nacken unterstützt und die Wirbelsäule ausrichtet [29].

Die Schlafposition hat Einfluss auf einen gesunden Nacken.

Gesunde Ernährung:
Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit den notwendigen Nährstoffen, die er für eine gute Muskelfunktion benötigt. Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann dazu führen, dass die Muskulatur schneller verspannt. Es ist daher wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen zu achten [50].

Alkohol und Nikotin beeinträchtigen die Durchblutung und damit die Versorgung der Muskulatur. Zudem können sie dazu führen, dass der Körper empfindlicher auf Schmerzen reagiert. Es ist daher ratsam, den Konsum dieser Substanzen zu begrenzen [52].

Stressmanagement:
Anhaltender Stress kann dazu führen, dass die Muskulatur sich verspannt und Nackensteifheit ausgelöst wird. Stressbewältigungstechniken helfen, den Stresspegel zu senken und somit die Muskulatur zu entspannen [49].

Spazierengehen tut deinem Nacken gut.

Atemübungen: Eine besonders effektive Methode zur Entspannung des Körpers sind Atemübungen. Es hat sich gezeigt, dass Atemtechniken nicht nur zur Verbesserung des Wohlbefindens beitragen können, sondern auch einen signifikanten Einfluss auf das Schmerzempfinden haben [37].

Meditation und Achtsamkeit: Achtsamkeitsmeditation zielt darauf ab, den Stress zu senken, der oft mit chronischen Schmerzen verbunden ist. Studien haben gezeigt, dass diese Verfahren dazu beitragen, durch Schmerzlinderung die Lebensqualität bei Menschen mit chronischen Schmerzen verbessern [38].

Achtsamkeitsübungen helfen die Halsmuskulatur zu entspannen.

Yoga und Tai Chi: Diese Praktiken kombinieren Bewegung mit bewusster Atmung und helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern. Eine Studie hat gezeigt, dass Yoga und Tai Chi bei der Linderung von Nackenschmerzen wirksam sind [39].

Progressive Muskelentspannung: Bei dieser Technik werden nacheinander verschiedene Muskelpartien angespannt und dann entspannt. So werden Verspannungen abgebaut und ein Bewusstsein für körperliche Empfindungen geschafft [40].

Weitere Tipps haben wir auch in unserem Bloq-Artikel "Stress lindern: Die wirksamsten Entspannungsübungen für Körper und Seele" zusammengestellt.

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Weitere Therapien

Neben den bereits erwähnten Verfahren, gibt es zahlreiche weitere Ansätze, die man für die Linderung von Muskelverspannungen und Steifheitsbeschwerden nutzen kann. Einige effektive Methoden sind:

Wärme- und Kältetherapie: Wärme und Kälte helfen, die Muskulatur zu entspannen und Schmerzen zu lindern. Eine Wärmflasche oder ein warmes Handtuch löst Verspannungen, während eine Kältetherapie (wie z.B. ein Eispack) Entzündungen reduziert [25].

Massage: Bitte deinen Partner, Freund oder Bekannten doch einfach, dir die Nackenpartie etwas durchzukneten. Massagen regen die Durchblutung an und entspannen die Muskulatur. Bereits nach einer kurzen Weile kannst du die Linderung der Versoannung spüren.

Chiropraktik: Eine andere manuelle Therapie ist die Chiropraktik. Diese konzentriert sich auf den Knochenbau und eventuelle Fehlstellungen, die im Hals zu Beschwerden führen können. Die Chiropraktik kann besonders effektiv sein, da sie verschobene Knochen und Wirbel wieder an ihren platz führt. Sie sollte unbedingt durch einen ausgebildeten Chiropraktiker durchgeführt werden. [32].

Elektrotherapie: Elektrotherapie, wie die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), verwendet niedrige Spannungsströme, um Schmerzen zu lindern, indem sie das Nervensystem stimuliert und die Freisetzung von körpereigenen Schmerzmitteln (Endorphinen) fördert [33].

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Medikation und medizinische Interventionen

Wenn die Schmerzen besonders stark sind und schnelle Abhilfe gewünscht ist, können Arzneimittel zum Einsatz kommen. In einigen Fällen kann eine medizinische Intervention notwendig sein, besonders wenn die Symptome sehr stark sind oder entsprechende Ursachen zugrunde liegen.

Streifer Nacken? Schmerzmittel schaffen schnelle Abhilfe.

Medikamente: Verschiedene Medikamente werden bei der Behandlung von Nackenschmerzen und -steifigkeit eingesetzt. Nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel, wie Paracetamol und Ibuprofen, sind oft die erste Wahl zur Schmerzlinderung. Bei stärkeren Schmerzen kann dein Arzt stärkere Schmerzmittel oder Muskelrelaxantien verschreiben [34].

Injektionstherapie: In einigen Fällen können Kortikosteroid-Injektionen oder Anästhetika direkt in die betroffene Stelle injiziert werden, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren [35].

Chirurgische Eingriffe: Wenn die Nackensteifigkeit auf eine schwerere Grunderkrankung wie einen Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose oder eine ernsthafte Verletzung zurückzuführen ist, kann eine Operation erforderlich sein [36].

Es ist wichtig, dass du dich immer an deinen Arzt wendest, bevor du eine neue medikamentöse Behandlung beginnst oder eine medizinische Intervention in Betracht ziehst.

Bonus-Tipp:
Leidest du immer wieder an Nackenschmerzen, empfehlen wir dir von feela eine tägliche Erinnerung für Nackenübungen zu stellen. Diese solltest du insbesondere auch dann durchführen, wenn noch keine Schmerzen bestehen, um diesen präventiv vorzubeugen. Im Alltagsstress vergessen wir häufig auf unseren Körper zu hören. Durch die tägliche Erinnerung steigt jedoch zum einen das Gefühl für unseren eigenen Körper und zum anderen verbessert sich durch das Training die Flexibilität und die Muskulatur. Beides hilft nachgewiesener Maßen bei Nackenschmerzen.

 

Bleib gesund und achte gut auf dich!

 

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